Sehr geehrte Damen und Herren,
dem am 05.06.2020 im Burgwedel–Teil der HAZ erschienenen Artikel über das geplante Freifunknetz in Fuhrberg muss einiges an Erklärungen hinzugefügt werden, um richtig zu verstehen, was dieses Netz bietet oder besser nicht bietet.

Für alle, denen der Begriff Freifunk (https://hannover.freifunk.net/) nichts sagt, hier einige erklärende Worte:
Freifunk ist der Zusammenschluss privater WLAN-Netzwerke zu einem öffentlich zugänglichen WLAN-Netzwerk. Jeder Teilnehmer an diesem Netzwerk benötigt einen zusätzlichen Router in seinem Haus, den er, sofern noch keine flächendeckende Anzahl an Freifunk-Routern in der Nachbarschaft erreicht ist, mit dem Router seines Systems und damit seinem „Festnetz-Internetanschluss“ verbindet. Der zweite Router wird dabei durch ein anderes, sog. Subnetz vom heimischen, privaten Netzwerk getrennt. Dazu muss auf den zweiten Router eine neue, frei zugängliche Firmware aufgespielt werden. Ein Vorgang, der gewisse technische und IT-Grundkenntnisse voraussetzt, und nicht ohne Weiteres von jedem Laien selbst durchgeführt werden kann. Im Artikel wird vorgeschlagen, hierfür günstige, gebrauchte Router bei eBay zu erwerben. Es ist allerdings zu beachten, dass nicht jedes Modell mit der Freifunk-Firmware kompatibel ist und diese Router zudem auf einem aktuellen Stand hinsichtlich der Übertragungsgeschwindigkeit, Verschlüsselung etc. sein sollten, um die heutigen Anforderungen erfüllen zu können.
Folgendes ist darüber hinaus zu bedenken:
Das WLAN eines Routers hat, je nach Standort im Haus und Beschaffenheit z.B. der Wände, einen Reichweitenradius von ca. 30 – 70 Metern. Das bedeutet, alle 60 – 140 Meter müsste ein nächster modifizierter Router für dieses Freifunk-Netzwerk eingerichtet sein.
Selbst wenn diese Voraussetzungen erfüllt wären, hätte man zwar eine „mobile“ Datenverbindung, mit der aber der „Normalverbraucher“ immer noch nicht mobil telefonieren kann.
Selbst in einer vergleichsweise dicht besiedelten Stadt wie Hannover wird dies auf der oben verlinkten Website der Freifunker aktuell noch als „Wunschvorstellung“ bezeichnet, obwohl durch die Wohnungs- und damit WLAN-Dichte in Stadtteilen wie Linden, der Nordstadt oder Hannover-List eine deutlich größere Zahl dieser Router möglich wäre und auch schnelles Internet dort in der Regel längst gut verfügbar ist.
Auf dem Land jedoch müsste jeder teilnehmende WLAN-Besitzer etwas von seiner – in Fuhrberg momentan sowieso schon geringen Bandbreite von teilweise max. 16 Mbit/s – für das Freifunk-Netz zur Verfügung stellen, so dass es u.U. beim eigenen Streaming (z.B. Netflix) bereits hakelig werden könnte. Eine absolute Grundvoraussetzung für ein Funktionieren dieses Konzeptes ist also, neben einer „kritischen Masse“ an Teilnehmern zunächst, dass diese ihrerseits Zugang zu einem ausreichend schnellen „Festnetz-Internet“ haben müssen.
Glücklicherweise wird durch den intensiven Einsatz unseres CDU-Ortsbürgermeisters und einiger weiterer Mitglieder der CDU das nicht mehr zeitgemäße DSL-Netz nun durch den modernen Glasfaserausbau ergänzt, wobei Fuhrberg als erster der fünf Orte die geforderte 40%-Marke der Deutschen Glasfaser erreicht hatte. Damit werden noch in diesem Jahr Internet-Geschwindigkeitsprobleme in Fuhrberg für immer der Vergangenheit angehören.
Darüber hinaus sind wir mit Vehemenz dabei, die beiden großen Mobilfunkanbieter Telekom und Vodafone zum Ausbau ihres Mobilfunknetzes in Fuhrberg zu bewegen. Auf unser Drängen hin wird Vodafone voraussichtlich noch bis Ende des Monats, spätestens jedoch im nächsten Quartal eine neue Sendeanlage auf dem Mast der Landespolizeidirektion am Fuhrberger Klärwerk installieren. Die Telekom hat ebenfalls bereits mit den Vorbereitungen begonnen, weil Fuhrberg dank Heiner Neddermeyers Einsatz bei der Telekom-Aktion „“Wir jagen Funklöcher“ als einer von sechs Orten in Niedersachsen mit in der Auswahl ist. Damit hätten wir dann in Fuhrberg eine zeitgemäße LTE-Mobilfunkverbindung, die eine aus den oben genannten Gründen ohnehin unrealistische Wunschvorstellung eines flächendeckenden Freifunknetzes überflüssig machen wird.
Aufgrund dieses Einsatzes können wir alle zukünftig ohne die gewohnten „Aussetzer“ in Fuhrberg mobil telefonieren und hätten mit O², Telekom und Vodafone drei Anbieter mit guter „LTE“ Netzabdeckung, sodass für jeden Fuhrberger ein passendes Angebot verfügbar (und nutzbar !) sein wird.
Wir würden eine gleichermaßen positive Erwähnung dieser „Digitalisierungserfolge“ unseres Fuhrberger CDU–Ortsverbandes in der HAZ und den Burgwedeler Nachrichten sehr begrüßen.

 

 

 

 

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